Lebenslauf
1936 Geboren in Zürich
1953 Eintritt in die Kunstgewerbeschule Zürich
1958 Abschlussdiplom als Grafiker an der Kunstgewerbeschule Zürich
1959 Praktikum am Opernhaus Zürich als Bühnenmaler
1960 - 1999 Studienreisen in Europa, Türkei, Nordafrika, Kanada, Israel, USA, China, Ägypten, Algerien, Peru
Seit 1964 Freischaffend als Maler und Plastiker in Zürich
1965 Kunststipendium (Malerei) Kanton Zürich
1966 - 1999 Verschiedene Ausstellungen und Gestaltungen mehrerer Bühnenbilder in Zürich
1969 Zwei Reliefs für den Kindergarten Glaubtenstrasse, Zürich
1970 Teilnahme am 1. schweizerischen Symposium für Steinbildhauerei
1971 Malen und Bildhauen im In- und Ausland & Bühnenbild Stadttheater Winterthur Uraufführung "König Drosselbart"
1972 Kunststipendium (Malerei) Kanton Zürich
1973 Wandbild und Plastik für das Chronischkrankenheim Entlisberg in Zürich & Plastik Töchterschule Riesbach in Zürich
1974-1975 Wandbilder und Plastik für das Schulhaus Hans Asper, Zürich
1976 Gestaltung der Expo Henry Moore, Zürich
1977-1979 Brunnenplastik für das Heilpädagogische Institut St. Michael, Adetswil
1980-1981 Teilnahme an einem Bildhauersymposium auf dem Werdmühlplatz, Zürich
1982-1984 Entwurf des Bambusspielturms und der Ausstellungszelte für die Phänpmena in Zürich
1985 Bambusspielturm und Zeltbauten werden in Rotterdam aufgestellt & Bilderausstellung im Kirchgemeindehaus Hottingen in Zürich & Projektstudien in Montreal, Kanada, für eine Phänomena-Ausstellung
1985-1986 Architektonisches Gesamtkonzept für eine permanente Phänomena-Ausstellung am und auf dem Zürichsee beim Bahnhof Tiefenbrunnen. Das Projekt wurde am 18. März 1986 den Medien vorgestellt.
1986 Entwurf eines Forschungspavillions für die CH-91 in Zug & Erste Projektstudien in Seattle (USA) für eine künstlerische Umgestaltung des Pacific-Science Center in Bezug auf eine Phänomena-Ausstellung & Malaufenthalt in Spanien & Erwerb der Kunstkomssion des Schulamtes der Stadt Zürich von fünf Bildern
1987 Projektstudien in Ramat Hasharon (Israel) für eine permanente Phänomena-Ausstellung & Wandbild für den Sitzungssaal des Schulamtes der Stadt Zürich & Malaufenthalt in der Lombardei
1988 Entwurf der Zelt- und Turmarchitektur für die nationale Forschugsstelle Heureka 91 in Zürich & Grossplastik "Windkanter" für die Stadthalle Bülach & Entwurf des Dreispitzzeltes und der Bambusdoppelbogenbrücke für die Phänomena-Ausstellung an der Landesgartenschau Bietigheim 1989 in Deutschland
1989 Brunnenplastik für das Oberstufenhaus Ennetgraben in Affoltern am Albis
1990 Gestalterische Schlussphase der Heureka-Architektur
1991-1993 Malen und Bildhauen im In- und Ausland
1993 Wandbild für das Bezirksgericht Affoltern am Albis
1994-1995 Malen und Bildhauen im In- und Ausland
1996 Entwurf des Jahrtausendturms für die Forschungsausstellung Heureka in Magdeburg (Deutschland)
1997 Projektstudien für Ausstellungsbauten in Leipzig (Deutschland)
1998 Malen und Bildhauen im In- und Ausland
1999 Eröffnung des Jahrtausendturms in Magdeburg (Deutschland)
2000 Ausstellung im Ortsmuseum Wiedikon in Zürich
2005 Ausstellung im Ortsmuseum Wollishofen in Zürich
2018-2021 Entwurfsarbeiten für eine neue Phänomena
2024 Ausstellung Malerei in der alten Kirche Flunter in Zürich
Der junge, in Wollishofen arbeitende Johannes Peter Staub hat seinerzeit von der Stadt den Auftrag erhalten, Entwürfe für die künstlerische Ausschmückung eines Warteraums im neuen Krankenheim Entlisberg in Zürich auszuarbeiten. Der Warteraum bfeindet sich im zweiten Untergeschoss des Heims und hat keine Fenster. Er ist zwei Aufbahrungsräumen vorgelagert: Wer da wartet, will von einem Verstorbenen Abschied nehmen.
Was hat die Kunst in einem solchen Raum für eine Aufgabe? Kann sie mitreden am Rand der menschlichen Existenz? Kann sie sich einmischen in das Leid derer, die einen lieben Menschen endgültig verloren haben? Johannes Peter Staub hat bei seiner Konzeption zurückgegriffen auf die traditionellen und bewährten Begleiter von Freude und Trauer im menschlichen Leben, auf die Blumen. Eine lange Wand des Warteraums, dem Eingang gegenüber, hat er mit Blumenmotiven gefüllt. In überaus zarten Farben durchdringen sich hier stark stilisierte Pflanzenformen. Das Gemälde ist von verhaltener, unaufdringlicher Heiterkeit. Maler und Bildhauer Johannes Peter Staub sagt, man könne es auch ignorieren, und meint wohl damit, dass er den Blumentrost zwar anbiete, aber niemandem aufzwingen wolle.
Links von der bemalten Fläche weicht die Rückwand des Warteraums im spitzen Winkel zurück und bildet so, wohl aus technisch-architektonischen Gründen, gewissermassen eine Nische. Diese Grundriss-Verlegenheit hat sich Joahnnes Peter Staub zunutze gemacht. Er, der nicht nur Maler, sondern auch Bildhauer ist und sich deshalb besonders für die Kombination von in der Fläche sich entwickelnden mit dreidimensionalen Kunstwerken interessiert, hat die Nische als potentiellen Atemraum einer Skulptur begriffen und seinem Wandbild einen Marmorkörper beigestellt, der es in glücklicher Weise ergänzt.
Auf einem aufgestellten, grob behauenen Quader ruht ein Gebilde, das seine Gestalt wiederum von der Blume her hat: Ein kugelförmiger Kern ist eingefangen in vier "Blättern". Es Könnte eine Tulpe sein, noch eher aber, gerade in diesem Raum, eine sich öffnende Knospe. Die ganze, reichlich mannshohe Skulptur erinnert aber auch an einen Kelch und damit an einen leicht assoziierbaren sakralen Gegenstand. In der Tat hat das Werke eine ruhig-feierliche, sehr gesammelte Ausstrahlung. Die gedrungenen "Blätter" tragen unverwischt die Spuren des Meissels zur Schau, welcher die Form hervorgeholt hat. In dieser rauhen Oberfläche würde das Licht spielen, es würde sie beleben, wenn es in diesem Raum nicht so flau und diffus wäre; sogar die besondere Beleuchtung des Wandgemäldes mit Spots vermag nicht ganz zu befriedigen.
Trotzdem laufen die bewegten Kräfte des Wandbildes, sich beruhigend, in der Skulptur zusammen. Was da wildwuchernd, wenn auch harmonisiert durch das verhaltene Farbenspiel, in die Höhe wächst, wird dort in der Kugel geballt und, wie von einer Hand, emporgehoben. Das Bild des Lebens läutert sich zum Sinnbild des ewigen Lebens. So verstanden, kann dieses Werk Trauernden eine wertvolle Hilfe Sein.
Wilfried Spinner